Oberbühl-Schwinget 2026
Schwinger-Youngster Hiltbrunner griff wieder an
Der heuer schon mehrfach herausragende und 20-jährige Daniel Tschumi (Wolfisberg) gewann den Oberbühl-Schwinget. Im Schlussgang bezwang er den Melchnauer Severin Staub. Der Schwinger-Youngster Fabio Hiltbrunner (Schmidgen-Mühleweg) feierte nach fast zehnmonatiger Zwangspause auf dem Oberbühl sein Comeback.
Am traditionellen Oberbühl-Schwinget sorgte nicht nur der Festsieger Daniel Tschumi (Wolfisberg) für viel Aufsehen, sondern auch die Rückkehr von Fabio Hiltbrunner (Schmidgen-Mühleweg). Angetreten sind in der idyllischen Atmosphäre oberhalb Huttwils 49 Athleten, darunter 2 Eidgenossen und 15 Kranzschwinger. Im finalen Gang des Tages bezwang der herausragende Daniel Tschumi den Langenthaler Athleten Severin Staub (Melchnau), welcher nach einer Gehirnerschütterung am Frühlingsschwinget Vinelz wieder in den Zwilchhosen stand, nach 2:14 Minuten mit Kurz und Nachdrücken. Für den florierenden Kranzschwinger Tschumi war es auf dem Oberbühl nicht der erste Sieg in dieser Saison. Er stand bereits an den Hallenschwingfesten in Kirchberg und Thörigen zuoberst auf dem Treppchen. Seinen bislang einzigen Kranz gewann der Athlet vom Schwingklub Herzogenbuchsee am Mitteländischen Schwingfest 2024 in Riggisberg. «Momentan läuft es sehr gut und ich freue mich auf die bevorstehenden Schwingfeste, die Gegner werden nun sicher stets hartnäckiger», sagte der Oberaargauer kurz nach seinem Sieg. Er qualifizierte sich mit vier Siegen und einem Remis im Anschwingen mit Fabio Hiltbrunner, für den Schlussgang.
Sensationssieger nach langer Verletzungspause wieder im Sägemehl
Der 20-jährige Schwinger-Youngster Fabio Hiltbrunner (Schmidigen-Mühleweg) stand nach fast zehnmonatiger Pause auf dem Oberbühl wieder im Sägemehl und rangierte in der Endabrechnung auf dem 2. Rang. Seine angriffige Vorgehensweise scheint er nicht verloren zu haben. Der achtfache Emmentaler Kranzschwinger meisterte die Zweikämpfe mit Ivan Rohrbach (Aarwangen), Remo Zürcher (Rüedisbach), Jonas Hodel (Huttwil) und Levin Neuenschwander (Oberönz) mit Bravour. Einzig gegen die florierenden Tschumi-Brüder fand Fabio Hiltbrunner keine gewinnbringenden Züge. Die Duelle mit Daniel Tschumi (Wolfisberg) und Lukas Tschumi (Wolfisberg) endeten nämlich gestellt. Nach seinem Sensationssieg gegen den zurückgetretenen Schwingerkönig Joel Wicki (Sörenberg), am Jubiläumsschwingfest «125 Jahre ESV», kämpfte der talentierte Schwinger über ein Jahr lang mit Schulterproblemen. Nach seinem gescheiterten Comeback-Versuch am letztjährigen Emmentalischen Schwingfest in Langnau musste Hiltbrunner schliesslich unters Messer. «Die Vorbereitungen verliefen planmässig – und die Freude, endlich wieder im Sägemehl zu stehen, ist riesig» sagte ein glücklicher Fabio Hiltbrunner auf dem Oberbühl. «Jetzt ist der Moment gekommen, wieder anzugreifen und Schritt für Schritt zu meiner Bestform zurückzufinden.» Dass er sein Comeback nun gerade in Huttwil gefeiert hat, sei Zufall. «Ich habe mich noch kurzfristig für das regionale Schwingfest angemeldet», sagte der Athlet im auffallend weinroten Hemd. «Ich mache mir vorerst keinen Druck und nehme es wie es kommt», meint er. «Im Sägemehl bin ich zuhause.» Für Hiltbrunner zählt vor allem eins: Die Freude am Schwingen. «Es freut uns natürlich ausserordentlich, dass Fabio Hiltbrunner bei uns seine lange Verletzungspause beendet hat und nun wieder aktiv ins Geschehen eingreift», sagt der Schwingklub-Präsident Simon Schwarz.
Lotzwiler Küchenchef schwingt die Kochlöffel nicht nur in der Pfanne
Der 26-jährige Lotzwiler Florian Röthlisberger bewies in dieser Saison schon mehrfach sein schwingerisches Talent und feierte gute Rangierungen. Auch auf dem Oberbühl war der Küchenchef der beste Athlet vom Schwingklub Langenthal (3. Rang). Im Anschwingen bodigte der Oberaargauer Philipp Roos (Emmenmatt) und Alex Eymann (Schwarzenbach bei Huttwil) mit der Höchstnote von 10.00 Punkten. Im dritten Gang unterlag er dem Sumiswalder Eidgenossen Patrick Schenk (Weier im Emmental). Das Duell mit Sven Burkhalter (Sumiswald) entschied der Lotzwiler dann wieder für sich, bevor er sich im fünften Gang vom späteren Festsieger Daniel Tschumi (Wolfisberg) das Sägemehl vom Rücken putzen lassen musste. Florian Röthlisberger verpasste mit dieser Niederlage eine mögliche Teilnahme für den finalen Gang des Tages. Im letzten und hart umkämpfen Duell bettete er den Huttwiler Athleten Patrick Walther gekonnt ins Sägemehl. Sein Klubkollege und Schlussgangverlierer Severin Staub (Melchnau) rangierte in der Schlussabrechnung mit vier Siegen auf Rang 4a. Der routinierte und nach einer Verletzung wieder im Sägemehl stehenden 23-jährige Oberaargauer, brachte der Reihe nach Damian Gnägi (Aarberg), Simon Brunner (Oey), Michael Müller (Wangenried) und Marco Eggimann (Kernenried) aufs Kreuz. Auch er biss sich wie so mancher andere Athlet an den angriffigen Tschumi-Brüdern die Zähne aus und verlor diese beiden Duelle. Punktegleich rangierte der fünffache Kranzschwinger Lukas Jäggi (Gutenburg/Rang 4b). Der 29-jährige Langenthaler Athlet fand seine gewinnbringenden Züge in den Duellen mit Adrian Bürki (Sumiswald), Dominik Hodel (Huttwil), Michael Hebeisen (Eriswil) und Sven Burkhalter (Sumiswald). Die eher unspektakulären Duelle mit den beiden erfahreneren Eidgenossen Lukas Tschumi (Wolfisberg) und Patrick Schenk (Weier im Emmental) endeten nach fünf Minuten gestellt.
Huttwiler Klubkollegen mischen am «Heim-Fest» vorne mit
Der heimische Jonas Hodel vom Schwingklub Huttwil erlebte an seinem «Heim-Fest» einen Start nach Mass (Rang 4c). Der Vater des 23-jährigen, Urs Hodel, war der letzte Schwinger vom Schwingklub Huttwil, welcher an einem «Eidgenössichen» im Sägemehl stand (Luzern 2004). Jonas Hodel fand auf dem Oberbühl seine Siegesrezepte gegen Nils Niederberger (Ersigen), Noèl Fischer (Hergiswil bei Willisau) und gegen den Kranzschwinger Stephan von Büren (Limpach). Im vierten Gang unterlag er dem wieder im Sägemehl stehenden Fabio Hiltbrunner (Schmidigen-Mühleweg) und im fünften Gang musste sich Jonas Hodel von Levin Neuenschwander Oberönz) den Rücken vom Sägemehl befreien lassen. Im sechsten Duell meisterte der Huttwiler seine Aufgabe wieder mit Bravour und legte Simon Brunner (Oey) aufs Kreuz. Einen halben Punkt dahinter rangierte sein Klubkollege Patrick Walther (Huttwil/Rang 5a). Der 30-jährige und dreifache Kranzschwinger brachte in den Zweikämpfen Stephan von Büren (Limpach), Nils Flury (Aeschi/SO), Levin Neuenschwander (Oberönz) und Mael Sommer (Büren zum Hof) zum Fallen. Das eher zurückhaltende Duell mit dem Eidgenossen Patrick Schenk (Weier im Emmental) endete gestellt. Walther spürte einzig im letzten Gang selbst Sägemehl am Rücken, als er vom Lotzwiler Florian Röthlisberger bezwungen wurde. Der einzig angetretene Eidgenosse vom Schwingklub Sumiswald, Patrick Schenk (Weier im Emmental), wusste mit zwei Siegen und vier Remis nicht zu überzeugen und musste sich mit dem 10. Rang begnügen.
